Artikelfoto: Orte der Inspiration und das Alltägliche

    Orte der Inspiration und das Alltägliche – Wo ich Anregungen finde

    1080 540 Uschi Erlewein

    Aktualisiert am

    Für meine künstlerische Arbeit sind Orte der Inspiration so wertvoll, wie die Luft zum Atmen. So reise ich gerne und besuche immer wieder gerne Freilicht- und Bauernmuseen. Vielleicht wartet ja auch in alten Gegenständen und Mauern die eine oder andere Geschichte, die mein schwäbisches Erzählprogramm ergänzt.

    Auf dem Heimweg von einem Auftritt in Konstanz machte ich deshalb einen Zwischenstopp im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck. Freilichtmuseen sind wichtige Orte der Inspiration für mich. In solchen Museen finde ich die Geschichten, mit denen ich aufgewachsen bin, wenn meine Oma von Früher erzählte.

    Es sind Orte der Inspiration und das Alltägliche, die mich fürs Erzählen anregen.

    Gegenstände, die von jahrzehntelanger Benutzung erzählen, Kochlöffel, die über Jahre benutzt wurden und dabei ihre Form änderten. Und dabei ein Gesicht bekamen, manche haben Charakter wie eine Theaterfigur.

    Schuhe, die von den Füßen erzählen, die vom Stall auf den Acker wanderten. Schränke für Generationen gemacht, bemalt und geschnitzt von der Liebe der Brautleute erzählen …

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    Schnörkellose Klarheit

    Volkskunst inspiriert mich. Mir war schon immer das goldene Barock zu überladen und bombastisch. Mancher Wasserfleck einer Mauer fasziniert mich mehr als vergoldete Marmorsäulen.

    Ich mag gerne Dinge, die Zeit und Leben atmen. Altes, mit Zeichen der Nutzung, Spuren der Alterung. Zu perfektes interessiert mich nicht wirklich. Ich liebe die urtümliche Kraft des „primitiven“, ungekünstelten – ja, auch unperfekten.

    Kunstfertigkeit und Künstlichkeit

    Märchen, die in Palästen und Königshäusern spielen, interessieren mich nicht wirklich. Ich suche nicht die Bilderwelt eines Märchenschlosses Neuschwanstein, sondern die rauhe Holzoberfläche behauener Masken. Nicht die Süsse von Nachtisch, sondern das erdige ungeschälter Kartoffeln und das bitter-natürliche Aroma von Löwenzahn. 

    Stets bin ich auf der Suche nach Geschichten, die in ihren Bildern das ausdrücken. Schlicht und einfach. Nahe am Menschen. Ich suche nach dem, was eine innere archaische Kraft ausdrückt.

    Mich interessiert, was noch älter ist, als das, was in den Märchen der Brüder Grimm zum Ausdruck kommt. Viele meiner Geschichten reichen in viel ältere Zeiten als die Romantik des 18. Jahrhunderts zurück. 

    Es geht mir um das Menschsein schlechthin.

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